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Zum 20. jährigen Jubiläum des Mauerfalls hielt ich im vollbesetzten Pariser Hoftheater in Wiesbaden einen den folgenden Vortrag - eine gemeinsame Veranstaltung von Attac- Wiesbaden, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Pariser Hoftheaters:
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1989- Ende eines Jahrhundertmythos?
Ketzerische Gedanken über die Vergangenheit und Zukunft des
Sozialismus*
Von Michael Schneider
Vor 20 Jahren, im zweihundertsten Jahr der Französischen Revolution, haben
die osteuropäischen Völker ein Jahrhundert abgewählt. Das Gespenst des
Kommunismus, das zu Zeiten von Marx und Engels in Europa umging, war
innerhalb weniger Monate untergegangen. Die geglaubt hatten, dass ihm die
Zukunft gehörte, rieben sich fassungslos die Augen. Wenn die Welt sich
schneller als die Weltbilder ändert, wie soll man da auch nicht aus dem Lot
geraten? Was bleibt vom Sozialismus? fragen sich seither all diejenigen, für
die dieser Begriff nicht nur ein Weltbild konstituiert hat, das jetzt in Scherben
lag, sondern auch ein bestimmendes Element ihrer politischen Biographie und
Arbeit gewesen ist.
Für die Sieger im Systemkampf und ihr multimediales Dienstpersonal war die
Antwort klar: Man kann den Sozialismus abschreiben. Zugleich mit den real
existierenden Sozialismen haben sich auch Idee, Utopie, Ethik, Menschenbild
und Programm des Sozialismus für alle Zeiten erledigt. Und die Erfinder
dieses Programms und die Initiatoren dieser Bewegung, die in die Irre führte
— so Ralf Dahrendorf in der ZEIT —‚ haben fortan ihren Platz im Museum der
Geistes- und Sozialgeschichte, auch wenn ihnen edle und uneigennützige
Motive durchaus nicht abgesprochen werden. weiter
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